LifeArt – Soziale Plastik – Werksatz – Permanente Kreation

Erweiterte Kunstpositionen und Kunstansätze der Gegenwart sowie der nahen Vergangenheit sind für mich wichtige Inspirationsquellen für die Auseinandersetzung mit einem Kunstverständnis, das Wirkung, soziale oder persönliche Prozesse, ästhetische oder persönliche Erfahrungsmomente als KUNST-WERK versteht.
Ich bin durch die Betrachtung und die Beschäftigung mit Menschen, die in dieser Richtung arbeiten, auf eine intuitive Weise angesprochen, versuche teilweise in eigenen künstlerischen Arbeiten zu erleben und zu verstehen, wie sie mich ansprechen und wie das dann in mein gesamtes Handeln einfließt. Diese Erlebens- und Verstehungsprozesse möchte ich öffnen für gemeinsames Entdecken und damit Erweiterungen und Verbindungen von Kunst und Leben einen Raum geben. Auf dieser Seite versuche ich einige meiner Zugänge zu formulieren.

Eine wichtige Frage zur Akzeptanz von Sozialer Kunst und kontinuierlichen, gesellschaftlichen Initiativen stellt sich mir bei  Theaster Gates und seinen Projekten der Verwandlung von leerstehenden Häusern zu Lebens- und Kulturräumen. 2006 kaufte Gates sein erstes Haus in Chigago, in einem Viertel mit viel Gewalt und Armut, 2008 erwarb er ein Nachbarhaus dazu und baute beide zu öffentlichen soziokulturellen Räumen aus. Das war der Beginn mit Freunden, Bekannten, Arbeitslosen weitere Häuser zu erwerben, auszubauen, Möbel zu gestalten und mit Musik, Kunst, Performance, Diskussionen und Wohngemeinschaften zu beleben – die Dorchester Projects. Sein Fokus liegt auf der Verbindung von Kunstraum und Alltagstraum durch Partizipation, die Einrichtung von Bühnen mit dem Schwerpunkt auf afroamerikanischer Musik und Kultur. Die Projekte folgen Kunst-Ansätzen der 1970-1990 Jahre wie der Sozialen Skulptur von Joseph Beuys, Nachbarschaftsprojekten von Rick Lowe http://projectrowhouses.org , Andy Warhols Factory  und anderen Kommunikations=Kunsträumen.

arss-theaster-gates-artist-06-v-628x760Dorchester Projekt in Chigago

TheasterGates-TownHall1-300x133Town Hall Projekt in Nord Omaha, Nebraska

3029214-slide-s-2-most-creative-people-2014-theaster-gatesehemaliges Bankgebäude in Chigago

Bei den Renovierungsarbeiten der Häuser entstehen immer auch Werke für den Kunstmarkt, über die eine Finanzierung weiterer Ankäufe und Projekte möglich wird. Inzwischen spricht er viele Menschen, finanzstarke KäuferInnen, die sich dadurch als Sponsoren seiner sozialen Projekte erleben, sowie Kooperatoonspartner an. Theaster Gates nutzt bedenkenlos die erfolgreiche kapitalistische Strategie einer Mehr-Wert-Erzeugung und entwickelte sich kometenhaft zu einem Unternehmen, das vielerorts die Ideen der soziokulturellen Räume in die Welt bringt. Im Kunstforum Bd. 240 schreibt Holger Kube Ventura dazu: … Erst die seit einigen Jahren anhaltende und offenbar nicht mehr enden wollende Hausse auf dem Kunstmarkt und die Suche nach profitablen Investionsanlagen ermöglichte solche Kometen-Phänomene wie Theaster Gates. Künstlerische, ökonomische und politisch-soziale Strategien verschränken sich ganz einfach deshalb zunehmend, weil heute unermessliche Geldmengen im Kunstbetrieb unterwegs sind – ein Ausdruck des exponentiellen Auseinanderdriftens von arm und reich. Es ist durchaus vorstellbar, zumindest in den USA, dass man die Lösung sozialer Aufgaben oder deren Linderung von gesellschaftlichen Verwerfungen künfitg stärker in den Bereich der kulturellen Praxis delegieren wird (und damit in den Bereich der privaten Kunstförderer bzw. Kunstspekulanten), anstatt auf öffentlich-rechtlicher Ebene damit umzugehen: Um verwahrloste Viertel wird sich dann nur noch gekümmert, wenn es einen Theaster Gates gibt, der ein hybrides Vorgehen zwischen öffentlich und privat, Politik und Kultur, Partizipation und Marketing initiieren kann. Wenn das so ist, dann brauchen wir dringend mehr von solchen Superstar-Akteuren. Oder eben einen radikalen Umsturz. …

Das beschreibt auch meine Vorstellung und meinen Wunsch, all jenen LebenskünstlerInnen mehr Akzeptanz und Unterstützung zu geben, die seit Jahrzehnten aktiv in sozialen, alternativen und nachbarschaftlichen Projekten leben und reale Lebensräume schaffen. Es wäre schön und wichtig, wenn Theaster Gates uns alle dabei erreicht und uns erkennen lässt, wie existentiell wichtig diese gemeinsamen Kultur- und Lebensräume sind, damit wir uns mit unserer eigenen Fähigkeiten einbringen und uns gegenseitig unterstützen können. Ich besuchte das Hugenottenhaus auf der documenta 13 in Kassel, das Gates wieder belebte. Es war ein beeindruckender Ort mit der Mischung aus gestalteten Kunsträumen mit Werk-Installationen und sozialen Räumen für Begegnungen und Gestaltungsprozessen. Als durchgehender Besucher fühlte ich mich etwas als Eindringling, wurde aber in meiner eigenen Arbeit in dieser Richtung sehr bestärkt.

stilinberlin-documenta photo 2 tumblr_m6dgwhNyCt1rwrvlao1_1280Hugenottenhaus Kassel

 http://theastergates.com/home.html

Mein Buch ist ein Ort der Veränderung

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Meine Skizzenbücher und Textsammlungen begleiten mein Leben und darin formulieren sich Schichten innerer Veränderungen, die in meinem Handeln Form bekommen. Nicht unbedingt deutlich nachvollziehbar, aber spürbar bekommen die Seiten eine haptische Anmutung eines kontinuierlichen Verarbeitungsprozesses. Seit 1992 sammele ich Texte und Bilder, die wesentliche Bereiche einer mich umgebenden und prägenden Welt beinhalteten. 1995 ließ ich daraus hergestellte Collagen-Blätter zu 6 Buch-Heften binden und überarbeite sie seitdem – teilweise in öffentlichen Aktionen. Dann kamen weitere Elemente dazu, die sich auf meine Veränderungen bezogen: 6 Sandsteinplatten, die für mich eine Art von Ablagerungen der Veränderungen, der Natur, der Erinnerungen darstellt / 6 Edelsteine als etwas, das in mir zu einer Form kristallieren möchte / eine Holztrommel wie ein Stamm, eine Wurzel, aus der etwas heraus wachsen konnte /6 Glas-Trichter für ein vorsichtiges, zartes Öffnen nach Außen und von innen heraus.

Mit der Tanz_Skulptur an an an an anschauen – uns anschauen, die sehr stark durch die Tanz-Rituale von Anna Halprin angeregt war, zeigte und erlebte ich jetzt eine weitere Öffnung durch die Augen und ein Anschauen – wie eine Befreiung, mich mit den Themen, die mich im Inneren beschäftigen, auch persönlich ganz zu zeigen. Durch die Blicke der teilhabenden Anwesenden, wurde  das, was mich innen bewegt und was ich in der Objekt-Skulptur auszudrücken suche, auch im Außen zu einer sichtbaren und fassbaren Gestalt. Dabei ist für mich die tänzerische Form ein Instrument, mit dem ich ein gemeinsames Erleben / bewegt Sein ermöglichen möchte. Ich entwickelte für alle Elemente der Skulptur eine Bewegung, die ich in Verbindung mit den Materialien zeigte und damit an dem Prozess meines Wachsens teilhaben ließ. Für mich war diese gemeinsame Übergangs-Aktion ein sehr erlebbares Öffnen und Vertiefen von meinen Begegnungen / Beziehungen zu den Teilhabenden, sie war ein weiterer Schritt zu meinen Möglichkeiten eines gegenseitigen Wahrnehmens und Zusammenlebens.

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Die wollen nur spielen 2

Performance Art Projekt/Interdisziplinäres Spiel im Marstall Amorbach 16.07.2016

mit Caroline Knöbl, Rüdiger Steiner, Roza Rueb, Sofia Greff, Carmen Braunwarth

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In unserem interdiziplinären SPIEL stellten wir uns mit unterschiedlichen Disziplinen dem Vergnügen und dem Wagnis  des Spiels. Spielen bedeutet hier für alle ein intensives Eintauchen in die Möglichkeiten von Körper, Material, Objekt, Instrument, von Begegnung untereinander, von Klängen und Aktionen.

In diesem SPIEL-RAUM sollte eine räumliche Verschmelzung von Publikum und AkteurInnen stattfinden. D.h. die Künstler befanden sich zwischen den ZuschauerInnen und umgekehrt.   Wir brachten alle Spiel-Materialien mit … Instrumente, Alltagsgegenstände, weiteres Material mit dem wir uns vorstellen konnten etwas anzustellen.

Wir begannen und luden die Interessierten ein, gingen auf sie zu, boten ein Mitspiel und Zusammenspiel an. Über drei Stunden entwickelten sich viele Situationen des vorsichtigen Ausprobierens, des bewegten Begegnens, des sensiblen Bauens, des Umhüllens und Beklebens, des Matschens und Formens und Linien bewahrten die Wege des Spielens.

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http://www.fia-amorbach.de/

Steinkreis – Medizinrad

Steinkreise in Cornwall und Frankreich berührten mich schon öfters und öffneten mir eine Annäherung zu Prinzipien der Natur und ihrer Kreisläufe. Jetzt lernte ich indianische Steinkreise kennen – ihre Medizinräder – in denen sie ein Symbol des Universums, seiner Kräfte und eine Möglichkeit der Verbindung erleben. Das Medizinrad reflektiert die Verbundenheit allen Lebens und die gegenseitigen Abhängigkeit aller Lebens- und Daseinsformen und verdeutlicht somit unser Eingebundensein als Menschen in die Kreisläufe des Lebens und Vergehens. Es vermittelt Zugang zu den Energien der Schöpfung und ein Verständnis dafür, dass alle Teile der Schöpfung mit uns verwand sind, deshalb spricht es von „Mutter Erde“, „Vater Sonne“, „Großmutter Mond“ und den Pflanzen, Tieren und Mineralien als Geschwister. Damit spiegelt es das vollkommene Gleichgewicht der aktiven und rezeptivenbzw. der männlichen und weiblichen Energien wider.

Das Medizinrad besteht aus 36 Steinen mit Zuordnungen zu Planeten, zu den Elementen, zu den Himmelsrichtungen, zu den Monden /Monaten und zu menschlichen Gaben. Jedem Stein werden mineralische, pflanzliche und tierische Qualitäten zugesprochen. Im Berühren der Steine sowie im Gehen zwischen ihnen kann man den Fluss der entsprechenden Energien erleben und damit wachsen, sich wandeln und öffnen.

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Sun Bear, ein Medizinmann der Ojibwa-Indianer, belebte die Tradition des Medizinrades mit einer Vision, die verschiedene Traditionen indianischer Spiritualität vereint und gründete in den 1970er Jahren mit Wabun Wind den so genannten „Bear Tribe”, eine Kommune für Menschen jeglicher Herkunft. Gegen den Widerstand der traditionellen indianischen  Schamanen machte er seine Visionen auch für alle Weißen öffentlich, um ihnen einen Schlüssel zur Wiederverbindung mit in die Hand zu geben.

www.baerenstamm.de

URSPRUNG und BEGEGNUNG in Steinen

In der LEERE freilegen _ In der FORM berühren

Workshop mit Erkundungen / Installationen mit Matthias Heidel 1.- 3. Juli 2016

Vor 32 Millionen Jahren erstarrte am Arensberg in der Eifel die Basaltlava eines Vulkanausbruchs und wurde später von Menschen abgebaut. Mit 9 Personen begaben wir uns dort zu den Ursprüngen der Erdoberfläche und zu eigenen inneren Quellen. Wir erlebten Impulse, brachten uns in Beziehung  über Zeichnen, Schreiben, Bewegen oder körperlichen Kontakt. Spuren und Strukturen der geologischen Entstehungsprozesse des Fließens und Erstarrens öffneten Zugänge zu unserem eigenem Erleben und dem Finden von eigenen Formen. Auf dem Bildhauergelände der Künstlersiedlung Weißenseifen gaben wir diesen erfahrenen Impulsen Gestalt mit der bildhauerischen Bearbeitung von Stein und hinterließen als Dank zum Abschluss vergängliche Spuren in dem Steinbruch.

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STEINE: beARBEITen UND beSPIELen

Mit Dirk Marwedel (12. Juli 2015)
Wie entsteht eine Skulptur in hörbarer und handwerklicher Art?

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Schieferplatten, Sandsteinquader, Kieselsteine waren für uns die Instrumente, mit denen wir diese Frage im Rahmen des Klang-Kunst-Festivals AUFS GANZE GEHEN in der Walkmühle Wiesbaden bespielten und bearbeiteten. Wir hauten 2 runde Zylinder aus den Sandsteinen, einen runden Durchbruch in eine Schieferplatte und bauten aus diesen Elemente verschiedene Skulpturen. Es klangen rhythmische Schläge und Schläge nebeneinander – kratzen, schaben, kullern von Werkzeugen und Kieseln – schieben, walzen, fallen von Steinen – fließen von Wasser. Eine sehr wechselhafte Klang-Skulptur gestaltete sich über 8 Stunden – ein Changieren und Balancieren zwischen Bildhauerei, Klangkunst und Performance.

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Bewegung durch Stein

Bewegungsskizzen seit Jan. 2014

Mich interessiert die Frage, wie das Material und der Organismus Stein als Impuls für Bewegungen erlebt werden kann – als Form einer beweglichen plastischen Gestaltung. Ich probiere Bewegungen, die in / mit Stein gegeben sind. Ich entwickelte Bewegungsskizzen, die einige Möglichkeiten, wie sich Steine bewegen lassen, als Ausgangsimpuls nahmen.

Dabei gab es folgenden Ablauf:

Steine bewegen – walzen, kippen, schwenken, schleifen, wässern

Eine freie Körperbewegung aus der “funktionalen” Bewegung entwickeln

Eine Zeichnung  zu der Körpererinnerung machen

Eine Form aus Ton zu der Zeichnung modellieren

Eine Bewegungssequenz aus allem entwickeln und in den Elementen umsetzen

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Eine Kunst des Friedens – Die Menschlichkeit bergen

Eine Kunst des Friedens – Die Menschlichkeit bergen

Als ich im März 2015 einen Bericht von Matthieu Afkins über eine Gruppe von Zivilschützern in Aleppo (Syrien) las, wurde mir wieder mal bewusst, was es bedeutet, Menschen in Kriegsgebieten zu helfen, sie aus Trümmern zu bergen und dabei ein Engagement, eine Hoffnung auf ein friedliches Leben zu bewahren, sich gegen eine lähmende Verzweiflung zu wehren. Abwechselnd mit 30 Männern sind diese Zivilschützer täglich 24 Stunden im Einsatz an den Einschlagorten der Bomben eines so sinnlosen, grausamen und erbarmungslosen Kriegs gegen unschuldige Menschen. Sie retten die Leben von Verletzten und Verschütteten oder sammeln, wenn keine Hilfe möglich ist, die Leichen für eine Bestattung ein. Mit ihrer Arbeit, mit den Menschen, die sie dort aus den Trümmern bergen, bewahren und bergen sie für mich eine Menschlichkeit, die allen Menschen in ihren Bedürfnissen eine Unterstützung gibt, die ihre Not ebenso teilt wie die eigene Kraft des Mutes.

Der Vergleich ist nur sehr entfernt möglich, aber: Gilt diese Herausforderung der Bewahrung unserer Menschlichkeit auch für die Kunst? Ist diese Herausforderung vielleicht im Sinne der Sozialen Plastik die wesentlichste Motivation unserer Kreativität, unserer Gestaltung von Lebensgrundlagen und dem Umgang damit? Sind die Ausdrucksformen der Kreativität im weitesten Sinne vielleicht sogar die grundlegendsten Ausprägungen unserer Menschlichkeit – einer Verständigung, vielleicht Verbindung zwischen sich fremden oder sich bekämpfenden Menschen? Es gibt viele bestärkende Projekte, die sich dieser Gestaltung auf neuen und mutigen Wegen annehmen und ich möchte drei davon vorstellen:

10607866633_d611525dcb_b Foto von Combatants für Peace

Combatants for Peace ist ein Projekt des Netzwerkes ENCOUNTERS. Es wurde 2005 von Palästinensern, die Teil des gewaltsamen Kampfes gegen die israelische Besatzung  waren und Israelis, die in der israelischen Armee gekämpft hatten, begonnen. Sie verstehen sich als eine Basisbewegung in einem gewaltfreien Kampf gegen die israelische Besatzung. In öffentlichen Veranstaltungen begegnen sich die Beteiligten mit ihren persönlichen Geschichten und kreativen Methoden zur Konfliktlösung. Theater als Instrument für einen Dialog, um in gemeinsames Handeln zu kommen und eine Transformation von bisherigen Einstellungen zu erleben. Ben Yeger, ehemaliger israelischer Soldat und Mitglied von CfP,  bietet dafür Workshops an, die auf seinen eigenen Erlebnissen und Untersuchungen zu Ursachen von Konflikten aufbauen. Die Workshops ermöglichen in die Fußstapfen des “Anderen” zu treten sowie die Humanisierung eines Feindes zu vollziehen.

http://cfpeace.org/      http://www.encounters-arts.org.uk/?p=71

Robert Filliou, Fluxuskünstler und Dichter, verstand Kunst als ein Medium, mit dem Werte verändert werden. Er machte Vorschläge, Werke, Aktionen anders zu denken sowie  für eine Kunst des Friedens. Seine Formulierung der Permanenten Kreation erweitert das Feld künstlerischen Schaffens zur Lebenskunst, in der Unschuld und Einbildungskraft eine spielerische, permanente Kreativität hervor bringen und  in eine allgemeine gemeinsame Geschichte der Menschheit einfließen lassen. Den Antworten von Kindern zu den brennendsten Themen der Gegenwart – wie dem Frieden z. B. – sollten aufgezeichnet und ernst genommen werden. Als Initiator der 1. Friedensbiennale rief er weltweit KünstlerInnen auf Werke einzureichen, die “dem Frieden eine Form geben”. Mit einem Gemischten Komitee zum Austausch von Kriegsdenkmälern wirkte er darauf hin, dass die Kriegsdenkmäler von Partnerstädten ausgetauscht werden und sich das Gedenken zum Anderen wandelt.

Die für Diskussionen sorgende Aktion vom „Zentrum für Politische Schönheit“, bei der am 9. Nov. 2014 ca. 100 AktivistInnen als Kunstaktion vorübergehend das „Denkmal für die Mauertoten der ehemaligen innerdeutschen Grenze“ demontierten, um es an einen Zaun der bulgarischen Grenze zu montieren und damit gegen die Abriegelung und Abschiebung von Flüchtlingen zu demonstrieren, beinhaltet für mich auch dieses Bewahren der Menschlichkeit durch die Bewusst- und Sichtbarmachung von menschenunwürdigen Entwicklungen. Das ZPS gestaltet mit ihren Aktionen seit einigen Jahren eine Kunst des Hinschauens und Widerstehens.

http://www.politicalbeauty.de/

Koralle

Spielraum für Zeichen- und Sprachformen 1 (23.5.2010)

Performance zu einem “Organismus” aus Texten, Materialien, Bewegungen, der versuchte sich einer Sprache zu nähern, eine Grenze von Sprache zu überschreiten: Sprache der Steine, Sprache von Ideogrammen, Sprache des Körpers, Sprache der Handlungen, Sprache von Material, Werkzeugen.

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Koralle verwendete Texte von Henry Michaux “Ideogramme in China”, Robert Filliou “ein Sublimat aus 1000 Gedichte japanisch”, war inspiriert durch “Place de L’Ecriture” von Joseph Kosuth.

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