LifeArt – Soziale Plastik – Werksatz – Permanente Kreation

Erweiterte Kunstpositionen und Kunstansätze der Gegenwart sowie der nahen Vergangenheit sind für mich wichtige Inspirationsquellen für die Auseinandersetzung mit einem Kunstverständnis, das Wirkung, soziale oder persönliche Prozesse, ästhetische oder persönliche Erfahrungsmomente als KUNST-WERK versteht.
Ich bin durch die Betrachtung und die Beschäftigung mit Menschen, die in dieser Richtung arbeiten, auf eine intuitive Weise angesprochen, versuche teilweise in eigenen künstlerischen Arbeiten zu erleben und zu verstehen, wie sie mich ansprechen und wie das dann in mein gesamtes Handeln einfließt. Diese Erlebens- und Verstehungsprozesse möchte ich öffnen für gemeinsames Entdecken und damit Erweiterungen und Verbindungen von Kunst und Leben einen Raum geben. Auf dieser Seite versuche ich einige meiner Zugänge zu formulieren.

Formen und Strukturen finden beim Gehen, sie nehmen wie sie sind und sie zur Skulptur erklären. Erklären zu einem von der Natur geschaffenen Werk, das gleichzeitig geschaffen wird durch das Entdecken des menschlichen Auges. Und doch sind diese Formen und Strukturen nie als eine für sich bedeutende Skulptur anzuschauen, sondern immer als ein Teil eines großen Ganzen. In diese Richtung gehen die Sammlungen von Herman de Vries mit gefundenen Steinen, Hölzern, Ästen und das spricht mich an mit der Auflösung von Grenzen zwischen Natur und Kunst, zwischen Kunst und Philosophie, zwischen Arbeit, Naturerfahrung und Leben. Er versteht sich nicht als Suchender in der Natur, sondern erlebt sich in einem Dialog mit der Natur, von dem die ausgestellten Stücke Zeugnis geben. Teilweise über längere Zeiträume führt er diese Dialoge im Draußen bevor er die Naturstücke ins Innere seines Ateliers und in Ausstellungsräume holt. Die Augenblicke des Gehens und des aufmerksam Werdens auf eine Form vereinen sich mit der Dauer der Geschichten dieser gefundenen Formen, die sie in sich und an sich tragen. Ganz ohne Bedeutung oder Besonderheit – einfach einzigartig so wie sie sind.

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Die unscheinbarsten Naturfragmente werden von de Vries angenommen und er möchte sie zu uns sprechen lassen wie er von ihnen angesprochen wird, unter anderem in der Arbeit „ dieser stein und dieser holzklotz erleuchten mich“. Dieser Ansprache und Ausdruckskraft der individuellen Formen gibt er teilweise einen Rahmen durch eine systematische Anordnung, die das Individuelle in einem größeren Zusammenhang erscheinen lassen soll. Das wirkt auf mich manchmal etwas zu „künstlerisch“ und im Widerspruch zu der Kraft der unscheinbaren Naturerscheinungen, andererseits verstärken sie den ästhetischen Eindruck mit der Schönheit der menschlichen Wahrnehmung und des menschlichen Umgangs.

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Ich – und wahrscheinlich die meisten Menschen – kenne diese Blicke  auf die kunstvollen Formen der Natur gut und ich verlasse die Ausstellung mit noch offeneren Blicken auf sie. Dabei fiel an der Elbmündung in Kollmar mein Blick auf einen Stein, der von den Schiffern auch genommen wurde wie sie ihn fanden. Sie machten ihn mit ihrer Betrachtungsweise nutzbar und hingen daran eine Seetonne, versenkten den Stein, sodass sie den Seeleuten beim Einfahren in die Häfen den Weg anzeigen konnte. Das wurde später zu den Leuchtbojen. 

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Spielraum für kreatialogische Entdeckungen – 21. Mai 2016 mit Leila Haas

Eine Zeit der notwendigen Auflösung von Grenzen, von Heimat, von Gesellschaften und gleichseitig eine  wachsende Sehnsucht nach Ankommen, nach Strukturen, nach Geborgenheit. In den eigenen Kokons geborgen, begann das Spiel mit dem stillen Hineinhorchen und Hineinspüren in sich selbst, zu dem, was sich regt an Bewegungen, um in ein Außen zu schlüpfen oder was als Ruhe bleibt in all dem Geschehen drumherum. In allerlei umhüllendem Material entstand die Fortbewegung und ein Anklopfen, ein Anstoßen, ein Umgarnen mit Anderen, mit weichen, dehnbaren, verstrickten oder festen Schalen. Sich enthüllen lassen, sich selbst öffnen und enthüllen, in den fremden Hüllen Gast sein oder Eindringling. Ein Tanz zusammen, ein Klingen mal stimmig, mal instrumentalisch – zum Schluss eine Netz schlangenhautartig am Boden, eine Hülle zerkleinert und ritsch und ratsch zerschnitten, zerrissen, ein Kuss, ein Erwachen, ein entpuppter Raum.

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Die Liebe zu einem Stein – Tracey Emin

Ruhe, Verlässlichkeit, Beständigkeit, Treue sind die Eigenschaften eines Steines, der die Liebe der Künstlerin Tracey Emin erweckte – sie heiratete ihn im Sommer 2015 in Südfrankreich. Der besonnene Gatte liegt unter Olivenbäumen ihres Gartens – zur Trauung trug sie das Totenhemd ihres Vaters.

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Nach ihren bisherigen feministischen, provozierenden Werken, die ihre eigene erlebte Sexualität mit Missbrauch, Vergewaltigungen, Gewalt darstellten und die sie selbst als living autobiography bezeichnet, kommt Tracey Emin jetzt zu einer nicht mehr körperbestimmten Liebe: „Meine Vorstellung von Liebe ist jetzt so spirituell, dass ich nach einem Seelenpartner suche.“ – inspiriert von der platonischen Liebe in den Briefen des späteren Papst Johannes Paul II. und der polnischen Philosophin Anna-Teresa Tymieniecka. Eine mutige Selbstoffenbarung und ein herausforderndes Selbstbekenntnis in der heutigen Zeit mit unzähligen, getriebenen, schnelllebigen Beziehungsformen der Sexualität und Partnerschaften.

Form für Verantwortung

Skulptur – Performance 15. – 21. Aug. 2015 – eine persönliche Thematik zu Verantwortung:

VATER sein – SOHN sein

 

Dazu arbeitete ich eine Stein-Skulptur zu einer figürlichen Form von einem Vater mit Kind.

Diesen Prozess, der einerseits mein eigenes Vater Sein thematisierte, andererseits aus Erinnerungen meiner eigenen Kindheit gebildet wurde, begleitete ich mit Aufzeichnungen und entwickelte daraus einen Versuch einer biografischen Performance mit Texten von Reiner Kunze.

Mit dieser Entwicklung und Verbindung einer materiellen bildhauerischen Form-Gestalten als Stein-Skulptur mit einer erweiterten plastischen Form-Gestaltung einer inneren Gestalt-Formung versuche ich meiner Auseinandersetzung und Frage näher zu kommen:
„Woraus entsteht Form?“

„Was bewegt mich zu einer Form?“

„Was verbindet mich mit einer Form?“

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… befragt den Zufall

mit Anke Hoffmann (Tanz), Matthias Heidel (Steinbeweger), Wolfgang Holthues (Klang)  19./20. 9.2015

Bewegungsfindung mit Stein-Material, mit Text-Material zur Entstehung von Kollisionen und Zufällen. Wir brachten einen Haufen kleine und größere Steine in einen Raum, wir brachten eine Menge Assoziationen mit, wie sich Steine bildeten, sich verflüchtigen, was sie beinhalten und in uns bewirken. Wir brachten Klänge der bewegten Steine – purzeln – kullern – rollen – - fallen – aufeinander fallen – zusammen mit Kängen einer afrikanischen Doussou n’Goni, zusammen mit den gesprochenen – gemurmelten Worten aus Texten zu Steinen von Roger Caillois:

Sie stammen vom Beginn des Planeten, manchmal von einem andern Stern. Dann weisen sie die Drehung des Raumes auf wie ein Stigma ihres schrecklichen Sturzes. Ihr Ursprung liegt vor den Menschen; und der Mensch hat seit seinem Auftreten keine Spuren seiner Geschicklichkeit oder seines Fleißes an ihnen hinterlassen. Er hat sie nicht bearbeitet, sie zu keinem alltäglichen, luxuriösen oder historischen Gebrauch bestimmt. Sie verewigen nur ihr eigenes Gedächtnis.

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Damit kamen wir in Bewegung, bewegten die Steine – kamen wir in Kontakt mit den Steinen, in Kontakt mit uns und eine Art Geschichte des Werdens oder des Erlebens von Steinen entstand. Wir polterten ins Geschehen und schubsten die Stein übereinander, wir zuckten und stießen und strebten vorwärts … wohin … ins Licht? Wir häuften die Steine, lehnten sie aneinander, wir rollten Kiesel über die Steine und über uns, wir verbanden uns mithilfe eines Kiesels als Brücke und fielen ineinander, hielten uns gegenseitig im Gleichgewicht. Wir spürten den Atem, wir schmiegten uns an Steine mit Hingabe im Licht, wir hinterließen Schatten und Spuren im Sand, wir trugen Steine auf pendelnde kreisende Bleche und ließen Worte im Raum:

Jeder hat Erfahrungen mit größer werdenden Kreisen. Dafür genügt es schon, dass er Zeuge war, wie ein Stein in ein Wasserbecken fiel. Aber niemand hat Kreise gesehen, die vom Horizont ausgegangen und in ihrem eigenen Mittelpunkt verschwunden sind.

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Wir zogen einen amphibienartigen Steinschwanz durch die kreisenden Steine, wir spielten mit Stein-Wägelchen der Flintstones und rollten metallisch schabend einen Steinquader auf Eisenrollen. Wir stellten den Quader auf, auf einer Schaukel wiegte er sich an Stahlseilen, wir loteten die Balance aus, im Blick erhellt eine Art Leichtigkeit, ein Miteinander der Kräfte … bis der Quader fiel und wir andere einluden mit den Steinen, den Wägelchen, den Texten mitzuspielen.

Wir berühren die Schichten mit Gefühl

Erkundungen / Installationen mit Matthias Heidel 24. – 28. Juli 2015

Vor 32 Millionen Jahren erstarrte am Arensberg in der Eifel die Basaltlava eines Vulkanausbruchs und wurde später von Menschen abgebaut. Der jetzt stillgelegte Steinbruch ist über einen Tunnel begehbar. Die Basaltmasse – vielleicht noch tief im Erdinneren mit dem Kern verbunden – ist das härteste Gestein, erstarrt in Säulen. Der Bruch wirkt allerdings wie eine kristalline Hohlform, gar nicht massiv und erstarrt, mehr wie eine zerfallende Wunde in der Erde. Eine gelegte Spirale im untersten Teil des Bruches lädt ein, die Zeit zu begehen.

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Wir hielten uns 4 Tage tagsüber dort auf, nahmen Kontakt auf mit dem Ort, den Steinen und dem, was uns dabei ansprach und bewegte. Wir gingen die drei Ebenen hinab und hinauf, berührten die Steine, die Hänge, die Haufen, die Wände, den Boden. Berührten die Steine mit den Kalksteinen aus einem Teil des Bruches, hinterließen Zeichen, Linien, Spuren des Verwischens. Wir bewegten die Steine mit Nähgarn, mit Klängen, mit Händen, mit Füßen, mit Hebeisen und Hebstange – unsere Bewegungen dabei als Verbindung wahrnehmend, die die Steine ermöglichen. Langsame Impulse, die manchmal polternd, springend wurden, manchmal ruhten. Wir hinterließen gelegte Steine am Boden, aufeinander gestellte kleine Steine in den Felswänden, aufgehängte schwingende Steine an den Rändern, eine Pflanze in einer Wasserstelle im Felsen, eine Schwanenfeder an einer Feuerstelle.

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Was berührte und bewegte dieser Ort der erstarrten Steine in uns – welche künstlerische Sprache fanden wir miteinander, fanden wir darin?

SCHAUEN

Die unauffälligen Zeichen, die wir schufen, als eigene Ehrung des Seins, als unsere, menschliche Zugabe zu der eigenen Ordnung dieses Ortes? Gesehen von uns gegenseitig, vielleicht auch von den nächsten BesucherInnen des Basalt-Bruches auf ihren eigenen Entdeckungen?

Die Bewegungen die wir machten, um die Steine zu bewegen, die wir  mitnehmen für eine Umsetzung außerhalb dieses Trichters, welche Impulse gaben sie in uns?

ZEITGEFÜHL

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STEINE: beARBEITen UND beSPIELen

Mit Dirk Marwedel (12. Juli 2015)
Wie entsteht eine Skulptur in hörbarer und handwerklicher Art?

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Schieferplatten, Sandsteinquader, Kieselsteine waren für uns die Instrumente, mit denen wir diese Frage im Rahmen des Klang-Kunst-Festivals AUFS GANZE GEHEN in der Walkmühle Wiesbaden bespielten und bearbeiteten. Wir hauten 2 runde Zylinder aus den Sandsteinen, einen runden Durchbruch in eine Schieferplatte und bauten aus diesen Elemente verschiedene Skulpturen. Es klangen rhythmische Schläge und Schläge nebeneinander – kratzen, schaben, kullern von Werkzeugen und Kieseln – schieben, walzen, fallen von Steinen – fließen von Wasser. Eine sehr wechselhafte Klang-Skulptur gestaltete sich über 8 Stunden – ein Changieren und Balancieren zwischen Bildhauerei, Klangkunst und Performance.

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Bewegung durch Stein

Bewegungsskizzen seit Jan. 2014

Mich interessiert die Frage, wie das Material und der Organismus Stein als Impuls für Bewegungen erlebt werden kann – als Form einer beweglichen plastischen Gestaltung. Ich probiere Bewegungen, die in / mit Stein gegeben sind. Ich entwickelte Bewegungsskizzen, die einige Möglichkeiten, wie sich Steine bewegen lassen, als Ausgangsimpuls nahmen.

Dabei gab es folgenden Ablauf:

Steine bewegen – walzen, kippen, schwenken, schleifen, wässern

Eine freie Körperbewegung aus der “funktionalen” Bewegung entwickeln

Eine Zeichnung  zu der Körpererinnerung machen

Eine Form aus Ton zu der Zeichnung modellieren

Eine Bewegungssequenz aus allem entwickeln und in den Elementen umsetzen

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Eine Kunst des Friedens – Die Menschlichkeit bergen

Eine Kunst des Friedens – Die Menschlichkeit bergen

Als ich im März 2015 einen Bericht von Matthieu Afkins über eine Gruppe von Zivilschützern in Aleppo (Syrien) las, wurde mir wieder mal bewusst, was es bedeutet, Menschen in Kriegsgebieten zu helfen, sie aus Trümmern zu bergen und dabei ein Engagement, eine Hoffnung auf ein friedliches Leben zu bewahren, sich gegen eine lähmende Verzweiflung zu wehren. Abwechselnd mit 30 Männern sind diese Zivilschützer täglich 24 Stunden im Einsatz an den Einschlagorten der Bomben eines so sinnlosen, grausamen und erbarmungslosen Kriegs gegen unschuldige Menschen. Sie retten die Leben von Verletzten und Verschütteten oder sammeln, wenn keine Hilfe möglich ist, die Leichen für eine Bestattung ein. Mit ihrer Arbeit, mit den Menschen, die sie dort aus den Trümmern bergen, bewahren und bergen sie für mich eine Menschlichkeit, die allen Menschen in ihren Bedürfnissen eine Unterstützung gibt, die ihre Not ebenso teilt wie die eigene Kraft des Mutes.

Der Vergleich ist nur sehr entfernt möglich, aber: Gilt diese Herausforderung der Bewahrung unserer Menschlichkeit auch für die Kunst? Ist diese Herausforderung vielleicht im Sinne der Sozialen Plastik die wesentlichste Motivation unserer Kreativität, unserer Gestaltung von Lebensgrundlagen und dem Umgang damit? Sind die Ausdrucksformen der Kreativität im weitesten Sinne vielleicht sogar die grundlegendsten Ausprägungen unserer Menschlichkeit – einer Verständigung, vielleicht Verbindung zwischen sich fremden oder sich bekämpfenden Menschen? Es gibt viele bestärkende Projekte, die sich dieser Gestaltung auf neuen und mutigen Wegen annehmen und ich möchte drei davon vorstellen:

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Combatants for Peace ist ein Projekt des Netzwerkes ENCOUNTERS. Es wurde 2005 von Palästinensern, die Teil des gewaltsamen Kampfes gegen die israelische Besatzung  waren und Israelis, die in der israelischen Armee gekämpft hatten, begonnen. Sie verstehen sich als eine Basisbewegung in einem gewaltfreien Kampf gegen die israelische Besatzung. In öffentlichen Veranstaltungen begegnen sich die Beteiligten mit ihren persönlichen Geschichten und kreativen Methoden zur Konfliktlösung. Theater als Instrument für einen Dialog, um in gemeinsames Handeln zu kommen und eine Transformation von bisherigen Einstellungen zu erleben. Ben Yeger, ehemaliger israelischer Soldat und Mitglied von CfP,  bietet dafür Workshops an, die auf seinen eigenen Erlebnissen und Untersuchungen zu Ursachen von Konflikten aufbauen. Die Workshops ermöglichen in die Fußstapfen des “Anderen” zu treten sowie die Humanisierung eines Feindes zu vollziehen.

http://cfpeace.org/      http://www.encounters-arts.org.uk/?p=71

Robert Filliou, Fluxuskünstler und Dichter, verstand Kunst als ein Medium, mit dem Werte verändert werden. Er machte Vorschläge, Werke, Aktionen anders zu denken sowie  für eine Kunst des Friedens. Seine Formulierung der Permanenten Kreation erweitert das Feld künstlerischen Schaffens zur Lebenskunst, in der Unschuld und Einbildungskraft eine spielerische, permanente Kreativität hervor bringen und  in eine allgemeine gemeinsame Geschichte der Menschheit einfließen lassen. Den Antworten von Kindern zu den brennendsten Themen der Gegenwart – wie dem Frieden z. B. – sollten aufgezeichnet und ernst genommen werden. Als Initiator der 1. Friedensbiennale rief er weltweit KünstlerInnen auf Werke einzureichen, die “dem Frieden eine Form geben”. Mit einem Gemischten Komitee zum Austausch von Kriegsdenkmälern wirkte er darauf hin, dass die Kriegsdenkmäler von Partnerstädten ausgetauscht werden und sich das Gedenken zum Anderen wandelt.

Die für Diskussionen sorgende Aktion vom „Zentrum für Politische Schönheit“, bei der am 9. Nov. 2014 ca. 100 AktivistInnen als Kunstaktion vorübergehend das „Denkmal für die Mauertoten der ehemaligen innerdeutschen Grenze“ demontierten, um es an einen Zaun der bulgarischen Grenze zu montieren und damit gegen die Abriegelung und Abschiebung von Flüchtlingen zu demonstrieren, beinhaltet für mich auch dieses Bewahren der Menschlichkeit durch die Bewusst- und Sichtbarmachung von menschenunwürdigen Entwicklungen. Das ZPS gestaltet mit ihren Aktionen seit einigen Jahren eine Kunst des Hinschauens und Widerstehens.

http://www.politicalbeauty.de/

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Spielraum für Zeichen- und Sprachformen 1 (23.5.2010)

Performance zu einem “Organismus” aus Texten, Materialien, Bewegungen, der versuchte sich einer Sprache zu nähern, eine Grenze von Sprache zu überschreiten: Sprache der Steine, Sprache von Ideogrammen, Sprache des Körpers, Sprache der Handlungen, Sprache von Material, Werkzeugen.

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Koralle verwendete Texte von Henry Michaux “Ideogramme in China”, Robert Filliou “ein Sublimat aus 1000 Gedichte japanisch”, war inspiriert durch “Place de L’Ecriture” von Joseph Kosuth.

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